Dividendenstrategie
Bildung

Regelmäßige Einnahmen durch die Dividendenstrategie

Bekanntlich führen ja viele Wege nach Rom und jeder Trader besitzt seine individuelle, ausgeklügelte Strategie, um an der Börse damit Erfolg zu haben. Vieles im Bereich Trading funktioniert über den schnellen Intraday-Handel – das heißt, entsprechende Basiswerte werden nur kurz gehalten und dann möglichst schnell wieder verkauft. Mit dieser Strategie ist oftmals viel Aufwand verbunden. Wie wäre es jedoch rein theoretisch, wenn der eigene Aufwand für den Börsenhandel auf ein Minimum reduziert werden könnte? Wie wäre es, wenn Sie anfangen, das Geld für Sie arbeiten zu lassen, anstatt andersherum?

Möglich wird diese Herangehensweise durch Dividenden. Hierbei handelt es sich – grob gesagt – um die monatlichen, quartalsmäßigen oder auch jährlichen Gewinnausschüttungen von Unternehmen, von denen Anleger an der Börse unbedingt profitieren sollten. Dividenden können eine gewisse Einkommensbasis an der Börse schaffen, ohne das Anleger hier so aktiv bei der Sache sein müssen, wie dies z.B. beim Scalping oder anderen, schnelllebigen Anlagemethoden der Fall ist. Daher: lehnen Sie sich beim Börsenhandel ab sofort entspannt zurück und sehen Sie dabei zu, wie die Dividenden auf Ihr Depot flattern – wir zeigen Ihnen innerhalb eines kurzen Artikels, wie das funktionieren könnte.

Was Dividenden überhaupt sind und wie sich diese in die Dividendenstrategie einbinden lassen

Zunächst sollte – bevor auf das eigentliche Thema der Dividendenausschüttungen eingegangen werden kann – jedoch erst einmal geklärt werden, worum es sich bei Dividenden so richtig handelt?

Dividenden an sich sind, wie bereits erwähnt, eine Form der regelmäßigen Gewinnausschüttung, die Aktiengesellschaften an ihre Anleger zahlen. Es handelt sich dabei um eine freiwillige Zahlung, die Unternehmen an sich sind dazu nicht verpflichtet. Und in diesem Zusammenhang tun dies auch nicht alle Aktiengesellschaften – einige wenige Aktiengesellschaften behalten sich dieses Privileg vor, ihre Anleger in regelmäßigen Abständen mit den etwaigen Dividendenzahlungen zu erfreuen. Die Dividende wird dann meist zur entsprechenden Hauptversammlung der jeweiligen Aktiengesellschaft festgelegt, zu der auch alle Anteilseigner eingeladen werden. Auf dieser wird der prozentuale Anteil der Dividendenausschüttung beschlossen – schon am nächsten Tag, den so genannten Ex-Tag – findet die Dividendenausschüttung statt. Jene Dividendenausschüttung macht sich natürlich auch am Aktienkurs des betreffenden Basiswertes bemerkbar. Und so verringert sich der Kurs der Aktie am Ex-Tag prozentual um den ausgezahlten Dividendenabschlag.

Viele Unternehmen – vor allem deutsche Aktienunternehmen – behalten sich eine jährliche Dividendenausschüttung vor. Es gibt jedoch durchaus auch Unternehmen, die eine quartalsmäßige oder teilweise sogar eine monatsmäßige Ausschüttung von Dividenden vornehmen. Unter diesen Umständen lässt sich natürlich hervorragend eine entsprechende Dividendenstrategie aufbauen. Und so basiert die Dividendenstrategie schlussendlich auf den regelmäßigen Gewinnausschüttungen von individuellen Aktieninvestments. Im Fokus steht bei der Dividendenstrategie also die Suche nach Aktiengesellschaften, welche innerhalb der vergangenen Jahre zuverlässig Dividenden an ihre Anleger ausgezahlt haben. Worauf bei der Suche nach der passenden Dividendenaktie im Speziellen noch alles geachtet werden muss, dass soll im folgenden Abschnitt näher beschrieben werden.

Ein dividendenstarkes Aktienportfolio aufbauen – wie Sie dies realisieren könnten

Dividenden sind im Angesicht von Zeiten niedriger Sparzinsen eine echte Alternative zum risikoreichen Aktienhandel. Deutsche Dividendenaktien erreichen in diesen Tagen Durchschnittswerte von circa 3,3 Prozent – vereinzelt werden in den Reihen der DAX30-Unternehmen sogar Spitzenwerte von 4 bis 5 Prozent oder höher erreicht.

DividendenaktienDoch was müssen die so genannten Dividendenjäger insgesamt beachten, um die entsprechend lukrative Dividendenaktien zu finden? Was macht dieses überhaupt aus? Zum einen ist hier natürlich die Dividendenrendite als solches entscheidend. Hierfür muss der geplante Dividendenwert zur Hand genommen werden und dieser muss durch den derzeitigen Kurswert der etwaigen Aktie geteilt werden – im Anschluss muss dieser Wert noch mit 100 multipliziert werden. Dividendenrenditen von 4 Prozent aufwärts sind in diesem Zusammenhang jene Aktien, die es zu finden gilt. Bei einem niedrigeren Wert ist die Aktie entweder zu hoch bewertet – also genau dann, wenn die Aktie im Vergleich zur Dividende unverhältnismäßig hochpreisig gehandelt wird – oder die entsprechende Dividendenausschüttung ist vom Unternehmen zu gering gewählt und daher ebenfalls unlukrativ für den Anleger.

Natürlich ist aber auch die Unternehmenshistorie als solches ebenso interessant – gelingt es dem jeweiligen Unternehmen die Dividendenausschüttung in den kommenden Jahren zu halten oder diese sogar noch zu erhöhen? Und: wie sieht die eigentliche Dividendenhistorie des Unternehmens aus? Hier geht es ganz klar um die Verlässlichkeit des Unternehmens in puncto Dividendenausschüttungen der vergangenen Jahre, um eine potentiellen Zukunftsausblick machen zu können. Unternehmen, die seit 20-30 Jahren regelmäßig Dividenden ausschütten und diese abermals erhöht haben. Jene Aktientitel werden auch als Dividendenaristokraten bezeichnet, da diese in jedem Fall ins Dividendenportfolio gehören und davon auszugehen ist, dass das etwaige Unternehmen in den kommenden Jahren seinen Kurs in Sachen Dividendenausschüttung beibehalten wird.

Zu guter Letzt spielt aber immer auch die Häufigkeit der Ausschüttungen eine Rolle – jährlich, quartalsweise oder sogar monatlich? Am besten ist hier natürlich eine monatliche Ausschüttung, da sich die einzelnen Ausschüttungen dann unter Umständen innerjährlich verzinsen können – oftmals ist dies bei z.B. bei US-amerikanischen Aktien wie z.B. den so genannten R.E.I.T.s – also Real Estate Investment Trusts – der Fall.

Psychologische Aspekte der Dividendenstrategie: Welcher Typ Anleger hierfür erforderlich ist

Auf dividendenstarke Titel zu vertrauen, erfordert vor allem einen bestimmten Anlegertyp. Denn Anleger, die mit ein paar Trades den schnellen Euro machen möchten, sind bei Dividendenaktien eindeutig an der falschen Adresse. Wer hauptsächlich auf Dividenden setzt, der macht sich quasi von den Kursverläufen an sich unabhängig und setzt stattdessen lieber auf die etwaige Entwicklung der Dividenden.

So kann es z.B. vorkommen, dass der Kursverlauf einer Aktie eine negative Richtung einschlägt und die Dividenden im gleichen Zeitraum sogar steigen. Jedoch gibt es vielerorts auch den Fall, dass Kursverlauf und Dividenden einen gleichfalls positiven Verlauf annehmen – was auch wünschenswert ist. Anleger, die auf Dividendentitel setzen, sollten daher bei Kurseinbrüchen nicht in Panik geraten und einen kühlen Kopf bewahren – sie sollten das in Aktien eingesetzte Kapital als Investition sehen, die sich nicht unmittelbar auszahlt, sondern sich erst über viele Jahre entwickelt.

Kurzfristig werden Aktien immer wieder Tiefs und Hochs erleben, jedoch entwickeln sich diese im Verlauf über viele Jahre in der Regel stets in einem steigenden Trend – vor allem Dividendenaktien. Als gutes Beispiel hierfür könnte der US-Industrieriese Black & Decker genannt werden, der seit nunmehr 135 Jahren ununterbrochen Dividenden auszahlt und diese im Verlauf seiner Historie stetig gesteigert.

Im Vergleich zur damaligen Investition, die ein Anleger in diverse Aktien des Unternehmens getätigt hat, werfen die Aktien heute ein Vielfaches des damaligen Aktienkurses allein in Dividenden ab. Sicherlich wird schon rein technisch kein Anleger über einen so langen Zeitraum anlegen können, jedoch reichen teilweise auch schon einige, wenige Dekaden, um eine derart hohe Dividendenrendite erzielen zu können. Im deutschen Bereich könnte z.B. die Siemens-Aktie genannt werden.

Wer um 1990 Siemens-Aktien für etwas 20 Euro Kurswert gekauft hat und diese bis zum heutigen Tag gehalten hat – bei einem aktuellen Kurswert von circa 110 Euro pro Aktie – der erhält heute auf den damaligen Kurswert eine jährliche Dividende von circa 3,50 Euro pro Aktie, was einer Dividendenrendite von satten 17,5 Prozent pro Jahr entspricht. Das Beispiel soll verdeutlichen, dass, wenn es um das Thema Dividenden geht, das sprichwörtlich „das Geld immer in die Hände der Geduldigen wandert“.

Kaufinformationen zum Kauf von Dividendenaktien: steuerliche Aspekte bei Dividendenaktien und unbedingt Konditionen beim Broker beachten

Steuerlich werden Dividendenaktien nicht anders betrachtet als Aktien ohne etwaige Dividendenausschüttung. Auch hier gelten die regulären Freibeträge für Kapitalerträge, welche sich im Jahr auf 801 Euro für Alleinstehende, bzw. auf 1.602 Euro für verheiratete Ehepaare beläuft. Das gilt im Übrigen für jährlich auszuschüttende Dividenden ebenfalls wie für monatliche Dividenden – schlussendlich zählt nur der etwaige Kapitalertrag, den der Anleger im Verlauf eines Jahres erzielt.

Interessant wird die Sache jedoch bei ausländischen Aktien, die Dividenden ausschütten. Hierfür muss, insofern der jeweilige Freibetrag überschritten wird, entsprechend Quellensteuer gezahlt werden. Die Art und Ausprägung der Quellensteuer ist dabei von Land zu Land unterschiedlich – US-Aktien werden z.B. mit verhältnismäßig hohen 30 Prozent Quellensteuer besteuert. Jene Besteuerung muss der Aktienhalter jedoch selbst veranlassen, indem sich dieser die betreffenden Unterlagen zur Erfassung von Quellensteuer beim Unternehmen einholt.

Ein weiterer Punkt, der bei ausländischen Dividendenaktien zudem unbedingt beachtet werden sollte, ist, dass viele Broker hierzulande eine extra Gebühr für Dividendeneingänge ausländischer Aktien verlangen – jene Thematik ist für den Anleger umso problematischer, je mehr Dividendenzahlungen pro Jahr ausgeschüttet werden – hier kann es im schlimmsten Fall dazu kommen, dass sich die Dividendenzahlung bei entsprechend niedrig angelegtem Kapital, unter Umständen durch die Gebühren sowie die höhere Quellensteuer im Vergleich zur Abgeltungssteuer, liquidieren könnten. Das kann den Ertrag dermaßen schmälern, dass sich die Investition dann vielleicht nicht mehr lohnen könnte und der Depotwert gleich bleibt. Die richtige Brokerwahl sowie die Beachtung der jeweiligen Quellensteuer-Richtlinien sind also das A und O bei der Auswahl zur individuellen Dividendenaktie.

Dividendenerträge reinvestieren und damit langfristig ein passives Einkommen generieren – auch als Altersvorsorge möglich

Warum Dividenden anfangs reinvestiert werden sollten, um späteren einmal ein Vielfaches an Dividenden im Vergleich zur heutigen Dividendenrendite zu erzielen, dass zeigt im Grunde genommen schon das gezeigte Beispiel mit den Siemens-Aktien. Denn durch die stetige Reinvestition der Dividenden in neue Aktien, wachsen die Renditen insgesamt exponentiell. Denn die einbehaltenen Dividenden, die sofort wieder in neue Aktien umgelegt werden, steigern den Ertrag über die Jahre beträchtlich, da der Depotwert gemäß des Zinseszinsmodells exponentiell wächst und nicht nur linear, wie dies bei der regelmäßigen Entnahme der Dividenden der Fall wäre. Denn der Zinseszins ist in gewissem Maße der ewige Freund des so genannten Langzeit-Investors.

Anstatt sein Anlagekapital nur kurzfristig zu binden und durch Kauf- und Verkauf Gewinne einzufahren, wird bei der Dividendenstrategie eher darauf gesetzt, dass das Kapital auf lange Sicht möglichst ertragreich gebunden wird und auf lange Sicht zudem möglichst renditereich passives Kapital erwirtschaftest. Jenes sollte nun ebenfalls reinvestiert werden, bis der „Stein ins Rollen gekommen“ ist und bis das angelegte Kapital anfängt selbst zu arbeiten. Dieser Effekt lässt sich, mit einem normalen Anlagehorizont, wie ihn der typische Anleger nutzen kann, von maximal 30 Jahren, durch stetige Reinvestitionen sehr gut zu Nutze machen.

Wer also bereits in jungen Jahren anfängt, einen Teil seiner Rücklagen in Dividendenaktien zu investieren, der wird die Früchte seiner Arbeit in 10 bis 20 oder mehr Jahren in der Form ernten, dass sich dieser bis dahin im besten Fall in der finanziellen Unabhängigkeit befindet. Sollte diese Theorie jedoch kippen und die Strategie scheitern, weil einige Aktien im Portfolio beispielsweise keine Dividenden mehr ausschütten, so können die entsprechenden Aktien allemal noch über einen potentiell über die Jahre erwirtschafteten Kursgewinn veräußert werden.

Unser Fazit zum Thema Dividendenstrategie – wie die Strategie realistisch umgesetzt werden kann und welches Resümee daraus gezogen werden kann

Wie die individuelle Dividendenstrategie umgesetzt wird, dass hängt zum einen vom eigenen Anlagekapital und zum anderen vom vorgesehenen Anlagehorizont ab. Sollen die entsprechenden Dividendenaktien eher kurzfristig oder langfristig gehalten werden? Sollen die Dividenden direkt von Beginn an ausgezahlt werden oder wieder reinvestiert werden? Jeder Anleger muss das für sich selbst entscheiden – natürlich kann die Dividendenstrategie auch mit kurzfristigen Anlagen kombiniert werden. So kann z.B. ein Teil des Anlagekapitals in Dividendenaktien angelegt werden und ein anderer Teil kann für kurzfristige Anlageprodukte wie z.B. Optionen oder Anleihen genutzt werden oder sogar für ultrakurzfristige wie z.B. für Forex Daytrading.

Dividendenaktien können zudem auch im Rahmen von ETFs erworben und regelmäßig bespart werden – hier kümmert sich dann der entsprechende Broker um die Verwaltung des eigenen ETFs und füttert diesen von Zeit zu Zeit mit neuen, dividendenstarken Aktien. In jedem Fall lohnt es sich, sich über diese Thematik Gedanken zu machen, da diese den Weg zur eigenen, finanziellen Unabhängigkeit bereiten könnte. Und das völlig unabhängig vom Kursgeschehen. Aber wie bei jeder Strategie gilt auch hier, sich mit den etwaigen Aktien auseinanderzusetzen, da kommt der Anleger auch hier nicht darum – immerhin setzt der Anleger bei einer Dividendenaktie zugleich auf die langfristig positive Entwicklung eines Unternehmens, dem er vertraut. Und daher ist nebst des eigentlichen Kaufs zunächst auch erst einmal etwas Eigenrecherche von Nöten – auch das Besuchen der späteren Hauptversammlungen der jeweiligen Unternehmen, die der Anleger im Portfolio hat, kann insgesamt positiv zur Strategie beitragen.


Bildmaterial: © Billion Photos/Shutterstock.com; © gopixa/Shutterstock.com

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