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Trading vs. Zocken – Ist Trading reine Glückssache?

„Winner, winner, chicken dinner!“

Dieser Ausruf ist den meisten wohl aus dem US-amerikanischen Film „21“ geläufig. Die Handlung beruht auf einer wahren Begebenheit und erzählt die Geschichte eines Blackjack-Teams, dass weltweit Casinos bereist und durch zählen der Karten systematisch Gewinne erspielt.

Doch im Grunde ist dies eher die Ausnahme. Denn Glücksspiel hat in der Regel, so wie es der Name schon sagt, nichts mit System zu tun. Hier geht es ums Zocken, Adrenalin und Aktion.

Gibt es solche Ansätze auch beim Trading?

Ich habe mich bereits des Öfteren mit diesem Thema befasst und konnte auch in der Praxis bereits bei dem Einen sowie dem Anderen meine Erfahrungen sammeln.

Wenn man Trading und Glücksspiel miteinander vergleicht, kann man tatsächlich viele Parallelen ziehen. In beiden Fällen wird versucht anhand von vergangenen Geschehnissen herzuleiten, was im Folgenden bzw. zukünftig passieren wird. Der Fußballtipper hangelt sich an Quoten, Formkurven und Ergebnissen, der Lottospieler setzt auf Systemtipps und der Kasinogänger zockt mitunter auf Zahlenkombinationen.

Zu den einarmigen Banditen fällt mir keine Besonderheit ein, außer, dass man anhand eines Münzwurfes erkennen kann, wie viel Geld sich tatsächlich im Automaten befindet. Ich schätze das kann man auch als eine gewisse Taktik werten, um diese Art von Glücksspiel zu charakterisieren. Eines haben diese Spiele jedoch alle gemeinsam, sie führen aufgrund des negativen Chancenverhältnisses von unter 50 % auf längere Sicht in der Regel zu Verlust (der große Wurf ausgenommen).

Beim Trading verfolgen wir auch verschiedene Ansätze. Hier gibt es Börsenhändler die nur auf die Charts schauen und durch technische Raffinesse versuchen Gelegenheiten zu finden, um gut und günstig in den Markt zu kommen. Des Weiteren gibt es Trader, denen die technische Analyse völlig fremd erscheint und die sich darauf beschränken nach wirtschaftlichen Kennzahlen und Nachrichten zu handeln. Die klassische Mischform ist natürlich genauso vertreten. Eine Differenzierung nach Produkten wäre in diesem Zusammenhang auch denkbar. Forex, CFD`s, Optionen, Knock Out`s oder die klassische Aktie, die Möglichkeiten sind vielfältig, taktisch für unser Thema aber nicht relevant.

Viel wichtiger ist jedoch, dass ich auch beim Trading ohne weiteres eine gewisse Position eingehen kann. Long oder short, schwarz oder rot – wie man es auch immer bezeichnen mag. Die Sache ist in jedem Fall ob beim Trading oder Glücksspiel, aus dieser Sichtweise gleich.

Buy oder Sell?
Buy oder Sell?

Festzuhalten bleibt, dass das Hauptmotiv beider Betätigungen in dem Bestreben liegt, möglichst schnell und viel Geld zu verdienen.

Was unterscheidet die beiden Punkte letztendlich voneinander?

Ich denke, da muss man vielerlei Aspekte betrachten. (Die Tatsache, dass sich der Trader wahrscheinlich im Laufe seiner Karriere mehr Wissen aneignen muss, lasse ich jedoch außen vor, da es sicherlich auch Zocker gibt, die sich relativ viel mit Quoten, Ergebnissen und Statistiken beschäftigen.)

Tatsächlich gehe ich davon aus, dass unser Trader in diesem Fall ein seriöser und ausgebildeter Händler ist, der ernsthaft versucht nachhaltig Gewinne durch seine Geschäfte zu erlangen und demzufolge kein überhöhtes Risiko eingeht, um dem Ganzen in gewisser Weise gerecht zu werden.

Wo wir – meines Erachtens bereits beim wichtigsten Merkmal angelangt wären– dem Risiko!

Ich stelle die Behauptung auf, dass der Trader mit seinem Risiko handelt und der Glücksspieler mit seinem Kapital, d.h. bei einem Trade, geht man beispielsweise ein maximales Risiko von fiktiv 2% ein und hat dann im weiteren Verlauf immer die Möglichkeit einzugreifen (Position schließen, laufen lassen, Stopp auf Break Even nachziehen oder sich ausstoppen zu lassen, etc.). Genügt man sich nicht nur damit auf Buy oder Sell zu drücken, sondern wählt einen strategisch definierten Einstieg, befindet man sich in einer komfortableren Situation. Man sorgt dafür, dass die Chance auf einen Gewinn das Risiko – abzüglich Gebühren – übersteigt.

Der Spieler setzt sein Geld, in welcher Form auch immer, kann dann jedoch nicht mehr eingreifen und ist im Folgendem handlungsunfähig oder befindet sich von vornherein in einer Situation, in der er statistisch auf lange Sicht nur verlieren kann – siehe Lotto, Tippspiele oder Roulette. Letztendlich kann auch der Trader ein Zocker sein, betreibt er dieses Geschäft jedoch ernsthaft und nach seinen Regeln, dann ist er immer dazu im Stande sein Chancen – und Risikoverhältnis, auch langfristig, positiv zu gestalten und regelmäßig Gewinne einzufahren. Für ein 2 $ chicken- dinner sollte es dann allemal reichen!


Bildmaterial: © AS Inc/Shutterstock.com; © SergeyP/Shutterstock.com

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